Zum Inhalt springen
Zur Startseite

Start Themen 360-Grad-Panoramen auf der eigenen Website

360-Grad-Panoramen auf der eigenen Website

  • Blatt 08 von 12
  • Medien
  • Aktualisiert am 17. September 2026
  • Lesezeit 6 Minuten

Ein Rundgang ersetzt keinen Besuch, beantwortet aber eine Frage, die Fotos offenlassen: Wie sieht es dort wirklich aus? Für manche Betriebe ist das ein echtes Argument – für viele andere ein teures Spielzeug.

Equirektangular abgewickeltes Kugelpanorama eines Kircheninnenraums
Ein abgewickeltes Kugelpanorama: doppelt so breit wie hoch, zu den Rändern hin stark verzerrt. Erst der Betrachter im Browser setzt es wieder zur Kugel zusammen. Foto: DXR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.

Was ein Kugelpanorama ist

Ein gewöhnliches Foto zeigt einen Ausschnitt. Ein Kugelpanorama zeigt alles: 360 Grad in der Waagerechten, 180 Grad in der Senkrechten. Damit sich das in einer flachen Datei speichern lässt, wird die Kugel abgewickelt – meist in der equirektangularen Projektion. Dabei entspricht die waagerechte Achse dem vollen Umlauf und die senkrechte dem Weg von unten nach oben, weshalb solche Dateien immer doppelt so breit wie hoch sind.

Vom Rundumblick zur flachen Panoramadatei Links eine Kugel mit Aufnahmepositionen ringsum, rechts das daraus abgewickelte, doppelt so breite wie hohe Panoramabild. Aufnahme rundum 360 GRAD = BREITE Seitenverhaeltnis 2 : 1 (equirektangular)

Wie beim Weltkartenbild werden Flächen zu den Polen hin stark gedehnt: Boden und Decke wirken in der flachen Datei riesig. Der Betrachter im Browser rechnet das zurück. Hintergründe zur Projektion erklärt der Wikipedia-Artikel Plattkarte.

Wie so ein Bild entsteht

  1. Mit einer 360-Grad-Kamera. Zwei gegenüberliegende Weitwinkellinsen nehmen gleichzeitig auf, die Software fügt zusammen. Schnell, günstig, ausreichend für Innenräume.
  2. Mit Spiegelreflex und Panoramakopf. Mehrere Einzelaufnahmen werden im Rechner zusammengesetzt. Aufwendiger, aber deutlich höhere Qualität.
  3. Mit dem Telefon. Viele Geräte können Schwenkpanoramen aufnehmen. Für einen ersten Versuch brauchbar, für eine Betriebsseite meist zu ungenau.

Praktische Hinweise für die Aufnahme

  • Aufräumen. Eine Kugelaufnahme zeigt auch die Ecke, an die niemand gedacht hat.
  • Stativ mittig im Raum, Kamerahöhe etwa auf Augenhöhe.
  • Gleichmäßiges Licht; harte Fenstersonne ist der häufigste Störer.
  • Keine Personen im Bild – sonst brauchen Sie deren Einwilligung.
  • Den eigenen Standort bedenken: Der Fotograf steht sonst mit auf dem Bild.

Einbindung auf der Website

Zum Anzeigen braucht es einen Betrachter, der die flache Datei wieder zur Kugel verrechnet. Dafür gibt es zwei Wege. Entweder Sie binden einen Dienstanbieter ein – bequem, aber es werden Daten Ihrer Besucher an Dritte übertragen, was eine vorherige Einwilligung nötig macht. Oder Sie liefern eine quelloffene Betrachter-Bibliothek von der eigenen Domain aus; dann bleibt alles im Haus.

Gewicht im Auge behalten

Eine einzelne Panoramadatei bringt schnell mehrere Megabyte auf die Waage. Laden Sie sie nie automatisch beim Seitenaufruf, sondern erst nach einem Klick auf ein Vorschaubild – sonst bezahlt jeder Besucher mit Wartezeit und Datenvolumen für etwas, das er vielleicht gar nicht ansehen will. Mehr dazu unter Bilder und Videos.

Wann sich der Aufwand lohnt

Ein Rundgang überzeugt dort, wo der Raum selbst das Produkt ist: Gaststätten, Ferienwohnungen, Praxen, Studios, Veranstaltungsräume, Ausstellungen, Werkstätten mit sehenswerter Ausstattung. Er hilft wenig bei Betrieben, die beim Kunden arbeiten – dort ist ein gutes Foto der fertigen Arbeit überzeugender als ein Rundblick durchs eigene Büro.

Als Maßstab taugt eine einfache Frage: Fragen Interessenten am Telefon, wie es bei Ihnen aussieht? Wenn ja, lohnt der Rundgang. Wenn nicht, stecken Sie das Geld in bessere Inhalte.

Blatt
08 von 12
Thema
Medien
Stand
17. September 2026
Quellen
Wikipedia

Dazu passend

Weitere Blätter