Das PDF ist bequem: Die Druckdatei liegt ohnehin vor, ein Klick, fertig. Genau daraus entstehen Websites, deren eigentlicher Inhalt in zwölf Anhängen steckt – und die deshalb weder gefunden noch gelesen werden.
Die Entscheidung in zwei Fragen
Alles, was gefunden, überflogen und am Telefon gelesen werden soll – Leistungen, Preise, Anfahrt, Öffnungszeiten, Stellenangebote – gehört auf eine normale Seite. Ein PDF ist gut für Dinge, die ausgedruckt, ausgefüllt, unterschrieben oder aufbewahrt werden: Anmeldeformulare, Datenblätter, Montageanleitungen, Bedienungsanleitungen, Satzungen, Protokolle. Beides schließt sich nicht aus.
Warum PDFs schlechter abschneiden
- Am Telefon unhandlich. Ein A4-Layout auf einem sechs Zoll breiten Bildschirm bedeutet Zoomen und Schieben.
- Schlecht auffindbar. Suchmaschinen können PDFs zwar lesen, zeigen sie aber seltener und weniger prominent als Seiten – und ein Treffer, der als Datei öffnet, wird häufiger wieder geschlossen.
- Schwer aktuell zu halten. Eine geänderte Zahl bedeutet ein neues Dokument, und alte Fassungen bleiben im Umlauf.
- Barrieren. Ein aus einem Layoutprogramm exportiertes PDF ist für Vorlesesoftware oft eine ungeordnete Ansammlung von Textblöcken.
- Verwaiste Wege. Wer im PDF landet, hat keine Navigation mehr – er ist aus Ihrer Website herausgefallen.
Wenn ein PDF eingebunden wird: die Handgriffe
- Verlinken statt einbetten. Ein eingebetteter Betrachter im Seitenlayout bringt selten Vorteile und viel Gewicht. Ein klarer Link genügt.
- Dateigröße und Format am Link nennen – etwa „Anmeldeformular (PDF, 240 kB)“. Das ist Höflichkeit gegenüber allen mit begrenztem Datentarif.
- Sprechender Dateiname ohne Umlaute und Leerzeichen:
anmeldung-sommerkurs-2026.pdf, nichtScan_0007_final2.pdf. - Dokumenteigenschaften ausfüllen. Titel und Sprache im PDF selbst setzen – der Titel erscheint sonst als Dateiname im Suchergebnis und in der Fensterleiste.
- Dateigröße senken. Beim Export „kleinste Dateigröße“ oder Bilder vorher auf 150 dpi rechnen. 20-MB-Prospekte sind keine Seltenheit und völlig unnötig.
- Kurze Zusammenfassung daneben schreiben. Zwei Sätze auf der Seite sagen, was in der Datei steht – und sind auffindbar.
- Ein fester Ablageort. Wird ein Dokument aktualisiert, ersetzen Sie die Datei unter derselben Adresse, statt eine zweite daneben zu legen.
Barrierefreie PDFs
Für Dokumente, die zugänglich sein müssen, gibt es einen eigenen Standard: PDF/UA, veröffentlicht als ISO 14289. Die Abkürzung steht für „Universal Accessibility“. Verlangt werden unter anderem eine durchgängige Auszeichnung der Struktur – Überschriften, Listen, Tabellen –, eine festgelegte Lesereihenfolge, Alternativtexte für Abbildungen und eine hinterlegte Dokumentsprache. Das lässt sich nicht nachträglich per Knopfdruck herstellen; es muss im Ausgangsdokument angelegt sein.
Kurz gesagt
Ein barrierefreies PDF zu erzeugen ist deutlich aufwendiger, als denselben Inhalt als ordentliche HTML-Seite zu schreiben. Wo die Wahl besteht, ist die Seite die günstigere und bessere Lösung. Welche Vorgaben für wen gelten, steht unter Grundlagen.
Gescannte Dokumente
Ein eingescanntes Blatt ist ein Bild in einer PDF-Hülle: kein durchsuchbarer Text, keine Möglichkeit zum Kopieren, nichts für Vorlesesoftware. Wenn ein Scan unvermeidlich ist, lassen Sie eine Texterkennung darauflaufen – die meisten Scanprogramme bringen sie mit – und stellen Sie die wichtigsten Angaben zusätzlich als Text auf die Seite.
- Blatt
- 10 von 12
- Thema
- Inhalte
- Stand
- 17. September 2026
- Quellen
- ISO 14289 (PDF/UA)