„Was kostet eine Website?“ ist eine Frage wie „Was kostet ein Fahrzeug?“. Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Gegenfrage – und endet bei Spannen, nicht bei Zahlen. Die folgenden Größenordnungen sind Beobachtungen aus dem deutschen Markt für kleine Betriebe, keine Angebote.
Größenordnungen
Die Spannen überlappen sich, und das ist kein Zufall: Derselbe Wunsch kann sehr unterschiedlich umgesetzt werden. Eine Seite aus einem Baukasten, die Sie an einem Wochenende selbst füllen, kostet Sie vor allem Zeit. Dieselben Inhalte, von einer Agentur individuell gestaltet, fotografiert und getextet, landen schnell beim Zehnfachen – mit einem Ergebnis, das anders aussieht, nicht unbedingt mehr Kunden bringt.
Die fünf größten Kostentreiber
- Inhalte. Wenn Texte und Bilder geschrieben, fotografiert und abgestimmt werden müssen, ist das oft der teuerste Posten – und der einzige, den Sie selbst deutlich senken können, indem Sie vorbereiten, was Sie ohnehin am besten wissen.
- Individualität der Gestaltung. Eine angepasste Vorlage kostet einen Bruchteil eines eigenen Entwurfs. Ob der Unterschied sichtbar ist, entscheidet Ihr Markt.
- Funktionen. Jede Funktion jenseits von Text und Bild – Buchung, Shop, Login, Mehrsprachigkeit, Formulare mit Logik – vervielfacht Aufwand und Pflege.
- Abstimmungsrunden. Drei Entscheider ohne gemeinsame Linie kosten mehr als jede Technik. Legen Sie eine ansprechbare Person fest.
- Nachträgliche Änderungen. Was nach dem Entwurf umgeworfen wird, ist teurer als dasselbe vorher besprochen. Deshalb lohnt der klar sortierte Ablauf.
Was jedes Jahr wiederkommt
Der Bau ist einmalig, der Betrieb nicht. Diese Posten fallen unabhängig vom Anbieter an und werden bei Angeboten gern überlesen:
| Posten | Größenordnung im Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Domain (.de) | 5 bis 20 Euro | Bleibt Ihr Eigentum – auf Ihren Namen registrieren lassen. |
| Webspace oder Hosting | 30 bis 200 Euro | Statische Seiten laufen teils kostenlos, Shops brauchen mehr. |
| E-Mail-Postfach | 0 bis 60 Euro | Häufig im Hosting enthalten. |
| Wartung und Aktualisierungen | 100 bis 600 Euro | Bei Systemen wie WordPress Pflicht, nicht Kür. |
| Inhaltliche Pflege | je nach Bedarf | Entweder Ihre Zeit oder ein Stundenbudget. |
Vorsicht bei Mietmodellen
Angebote mit „Website ab 39 Euro im Monat, 48 Monate Laufzeit“ summieren sich auf rund 1.900 Euro. Das kann in Ordnung sein, wenn Pflege, Hosting und Support enthalten sind. Prüfen Sie aber immer zwei Punkte: Gehört Ihnen die Domain, und bekommen Sie am Ende die Daten in einer Form, mit der jemand anders weiterarbeiten kann? Wenn nicht, mieten Sie nicht eine Website, sondern eine Abhängigkeit.
Wie man Angebote vergleichbar macht
Zwei Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn dieselbe Frage gestellt wurde. Schicken Sie deshalb an alle Anbieter denselben kurzen Text: Was der Betrieb macht, wie viele Seiten geplant sind, welche Funktionen gebraucht werden, wer Texte und Fotos liefert, bis wann es fertig sein soll. Bitten Sie ausdrücklich um getrennte Posten für Konzept, Gestaltung, Umsetzung, Inhalte und laufende Kosten.
Wie Sie diese Punkte für Ihren eigenen Fall durchrechnen, steht Schritt für Schritt unter Kosten selbst kalkulieren.
Eine Zahl zum Merken
Rechnen Sie für den Betrieb grob mit zehn bis zwanzig Prozent der einmaligen Bausumme pro Jahr. Wer das einplant, erlebt im zweiten Jahr keine Überraschung – und lässt die Seite nicht aus Kostengründen veralten.
- Blatt
- 02 von 12
- Thema
- Kosten
- Stand
- 17. September 2026
- Quellen
- Marktbeobachtung